Blitzforschung am Fernmeldeturm Hohenpeißenberg

Heutzutage werden hohe Anforderungen an die Telekommunikation gestellt.
Als selbstverständlich gilt beispielsweise der störungsfreie Empfang von Fernseh- und Radioprogrammen sowie eine gute Mobilfunkversorgung.
Mögliche Ursachen für Störungen müssen frühzeitig erkannt und schon im Vorfeld beseitigt werden. Da von allen natürlichen Störquellen die größte Gefahr von Blitzeinschlägen ausgeht, ist ein wirksamer Blitzschutz zwingend notwendig.
Um Randbedingungen für den reibungslosen Betrieb moderner elektronischer Geräte und Systeme zu erkunden, wurde das Forschungsprojekt „Blitzstrommessungen am Fernmeldeturm Hohenpeißenberg“ initiiert. Der Hohenpeißenberg ist aufgrund seiner exponierten Lage überdurchschnittlich oft von Blitzschlägen betroffen. Daher wurde der Fernmeldeturm auf dem Hohenpeißenberg, 60 km südwestlich von München, zur Errichtung einer Forschungsstation ausgewählt, die mit Unterstützung der Deutschen Funkturm durch die Universität der Bundeswehr München betrieben wird.
Ziel der Forschung ist die Gewinnung umfassender Kenntnisse über die Energie von Blitzen und der von ihnen hervorgerufenen Schäden, die hohe Reparaturkosten und Ausfallzeiten zur Folge haben können. Für Hersteller, Betreiber und Versicherer funktechnischer Anlagen ist die Erforschung des Schadenspotenzials von Blitzeinschlägen daher von großer Bedeutung. Die hier gewonnenen Erkenntnisse kommen aber nicht nur der Funktechnik zu Gute, sondern der Allgemeinheit. Die Ergebnisse werden publiziert und finden Eingang in die Normungsaktivitäten.
Gegenstand der Untersuchungen sind vor allem Blitzströme, von denen die größten Gefahren beim Blitzschlag ausgehen. Diese setzen sich aus zwei vollkommen unterschiedlichen Stromkomponenten zusammen, dem Langzeitstrom und dem Stoßstrom. Während der Langzeitstrom nur einige 100 Ampere beträgt und typischerweise nur einige Zehntel Sekunden dauert, sind die Stromstöße hingegen etwa 100 mal stärker, jedoch 100 mal kürzer. Mit modernster Messtechnik ist es nun möglich, Blitzströme als Ganzes zu erfassen.
Weitere Informationen zum Thema Blitzschutz bietet der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. auf seinen Internetseiten unter www.blitzschutz-blitzforschung.de und in seiner Broschüre „Wie kann man sich gegen Blitzeinwirkungen schützen?“